Effektiv dämmen

Die Auswahl eines geeigneten Dämmsystems und einer optimalen Dämmdicke hängt von vielen Parametern ab und orientiert sich an der Objektart wie z.B. Dämmung in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) oder Prozesstechnik sowie an den Wärmeschutzzielen, die mit den Dämmmaßnahmen erreicht werden sollen.

Für haustechnische Anlagen sind die Dämmdicken für Rohrleitungen klar in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt und entsprechen in etwa dem Durchmesser der zu dämmenden Rohrleitung, wenn man einen Dämmstoff mit der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 zugrunde legt.  

 

Personenschutz, wirtschaftliche und ökologische Dämmdicke

In der Prozesstechnik ist die Minimalanforderung durch die Sicherstellung eines Berührungsschutzes der Personen

vor Hautverbrennungen beschrieben. Eine Auslegung der Dämmung nur nach diesem Kriterium ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, da hierbei große Energieeinsparpotenziale ungenutzt bleiben.

Die Auslegung der Dämmdicke nach vorgegebenen einzuhaltenden Wärmeverlusten (W/m2 bzw. W/m) orientiert sich an Anlagenparametern. Häufige Auslegungskriterien sind z.B.: Wie weit darf die Temperatur eines Mediums abkühlen, damit es noch pumpfähig bleibt? Mit welcher Temperatur muss die Flüssigkeit im Reaktor oder in der Kolonne ankommen, damit die gewünschte chemische Reaktion noch stattfinden kann? Leider beruhen viele Ausschreibungen noch auf traditionellen Vorgaben wie z.B. 150 W/m2, die bei der Energiepreisentwicklung der letzten Jahre an Nachhaltigkeit vermissen lassen.

Die wirtschaftliche Dämmdicke dient der signifikanten Reduzierung der Wärmeverluste bei einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis. In Zeiten immer knapper werdender Energieressourcen etabliert sich mehr und mehr ein Trend zur nachhaltigen bzw. ökologischen Dämmschichtdicke, die deutlich oberhalb der wirtschaftlichen Dämmdicke liegt. Hierbei wird bewusst eine längere Amortisationszeit für die Dämmung in Kauf genommen, doch dies zahlt sich in der Regel doppelt aus. Über die gesamte Betriebsdauer der Anlage lässt sich mit der erhöhten Dämmdicke eine erheblich höhere Rendite auf die Investition "Dämmung" erzielen und außerdem wird ein wichtiger Beitrag zur Schonung der Energieressourcen und zur CO2-Einsparung geliefert.